Project
Biomorphose
3D-Druck Skultpuren und Zeichnungen
Projektbeschreibung
Biomorphose umfasst eine Reihe organisch geformter, 3D-gedruckter Skulpturen und begleitender zeichnerischer Studien. Im Zentrum des Projekts steht die Frage, welche neuen Formen durch die technischen und materiellen Möglichkeiten des 3D-Drucks entstehen können.
Zu den grundlegenden Herausforderungen des 3D-Drucks gehören die durch den Bauraum begrenzte Größe der Objekte sowie die lange Druckdauer, während der möglichst keine Fehler im Herstellungsprozess auftreten dürfen. Um das Jahr 2022 wurden zahlreiche Open-Source-Projekte veröffentlicht, die darauf abzielten, Druckgeschwindigkeit, Präzision und Zuverlässigkeit selbstgebauter 3D-Drucker zu verbessern. Rückblickend hat sich seitdem auch im kommerziellen Bereich viel verändert: Insbesondere durch Hersteller wie Bambu Lab wurde das 3D-Drucken schneller, zugänglicher und zunehmend automatisiert.
Für dieses Forschungsprojekt habe ich den Open-Source-3D-Drucker Voron 2.4 selbst aufgebaut, konfiguriert und programmiert. Die intensive Auseinandersetzung mit der Maschine bildete die technische Grundlage für meine Experimente zur Formfindung, zur Optimierung von Druckprozessen und zur Verbindung einzelner gedruckter Bauteile.
Parallel zur algorithmischen Formentwicklung in digitalen Modellierungsprogrammen entstanden zahlreiche zeichnerische Studien organischer und figurativer Formen. Die Zeichnungen dienten dabei nicht nur als Vorstudien für die Skulpturen, sondern auch als eigenständige Untersuchung von Bewegung, Körperlichkeit und biomorphen Strukturen.
Formfindung und Verbindungen
Ziel des Projekts ist es, figurative Skulpturen zu entwerfen und diese so zu konstruieren, dass sie mit additiven Fertigungsverfahren hergestellt und aus mehreren Elementen zusammengesetzt werden können.
Eine konventionelle, massive Formensprache, wie sie beispielsweise von gemeißelten Steinfiguren bekannt ist, stellt den 3D-Druck vor besondere Herausforderungen. Geschlossene und voluminöse Körper benötigen große Mengen an Material, verursachen lange Druckzeiten und stellen hohe Anforderungen an die Präzision der einzelnen Verbindungspunkte. Besonders bei großformatigen Skulpturen müssen die Bauteile so aufgeteilt werden, dass sie zuverlässig gedruckt, transportiert und anschließend möglichst nahtlos zusammengesetzt werden können.
Aus diesem Grund wurden die menschlichen Posen zunächst als geschlossene digitale Körper modelliert und anschließend mithilfe einer neu entwickelten Formensprache algorithmisch transformiert. In einer Kombination aus Grasshopper und Rhino 7 wurde die äußere Hülle der Körper in eine statisch belastbare und zugleich materialoptimierte Struktur übersetzt.
Die entstehenden Formen folgen mathematisch berechneten Verläufen und erinnern an gewachsene Äste. Das Material verdichtet sich dort, wo größere Kräfte aufgenommen und weitergeleitet werden müssen, während weniger belastete Bereiche leichter und durchlässiger ausgebildet werden können. Auf diese Weise entsteht eine Form, die nicht nur visuell organisch erscheint, sondern auch nach strukturellen und materiellen Prinzipien des Wachstums organisiert ist.
Gleichzeitig stellt sich eine künstlerische Frage: Wie kann ein figurativer Ausdruck entstehen, wenn Gesichter, Körper und Posen nicht naturalistisch, sondern durch abstrakte, optimierte Strukturen dargestellt werden? Wie viel eines Körpers muss erkennbar bleiben, damit Haltung, Bewegung oder Emotion wahrgenommen werden können?
Besonders wichtig war dabei die Wechselwirkung zwischen zeichnerischen Studien und digitaler Modellierung. Während die algorithmischen Verfahren neue konstruktive Möglichkeiten eröffneten, half das Zeichnen dabei, die Körperlichkeit, Dynamik und Ausdruckskraft der Figuren immer wieder neu zu überprüfen. Die Skulpturen entstanden somit in einem fortlaufenden Prozess zwischen intuitiver Zeichnung, digitaler Berechnung und materieller Herstellung.
Skulpturen
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Zeichnerische Studien
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Verknüpfungen
Ausstellungen:






























